Buchbesprechung Marotzke

Die Zukunft des Klimas

Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen

Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft

Herausgegeben von Jochen Marotzke und Martin Stratmann

Beck-Verlag, München 2015, 230 Seiten, 16,95 Euro,

ISBN 978-3-404-66976-5

 

Seit Jahrzehnten wird mit der Klimakatastrophe gedroht, werden wir als Klimasünder beschimpft. Alle politischen Bemühungen um Klimaschutz haben versagt. Das Wetter macht weiter, was es will. Da erregt ein Buch „Die Zukunft des Klimas“ Aufmerksamkeit, zumal es „Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen“ verspricht und als „Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft“ angepriesen wird. Als Herausgeber fungieren Jochen Marotzke, Chef des MPI für Meteorologie in Hamburg, und Martin Stratmann, Präsident der MPG.

Das Buch ist von 18 „Spitzenwissenschaftlern“ geschrieben und aufgeteilt in 12 Kapitel. Das Vorwort der Herausgeber beginnt mit der Feststellung: „Der menschengemachte Klimawandel findet statt, und er berührt alle Facetten des Lebens.“ Das ist der große Pferdefuß des Buches. Es ist dogmatisch und eigentlich nur an Gläubige gerichtet, die ehrfürchtig alles glauben, was ohne jeden Beweis als Wissen präsentiert wird. Das „viel Vergnügen beim Lesen“ wirkt fast wie eine Verhöhnung. Nichts wird über die „Zukunft des Klimas“ gesagt. Es bleibt bei den üblichen Konjunktiv-Spekulationen wie, es könnte heißer, kälter, trockener, nasser werden. Überhaupt, das Wetter werde immer extremer.

Schlimmer noch, auf 230 Seiten wird mit keinem Wort gesagt, was Klima bedeutet. Die Klimaexperten arbeiten mit abstrakten Werkzeugen an einem abstrakten Objekt mit abstrakten Klimamodellen, die nur mit Szenarien spielen, aber keine Prognosen machen. Es wird verschwiegen, dass Klima nur anhand von vergangenen Wetterdaten beschrieben werden kann, die Kenntnis des Klimas folglich die Kenntnis des Wetters voraussetzt. An der maximalen Reichweite der Wetterprognosen endet auch das Wissen um die „Zukunft des Klimas“. Der Rest ist Spekulation!

Die Fantasie der Experten ist schon frappierend. Da werden die „Zugvögel zu Verkündern des Klimawandels“, ebenso die Pflanzen, obgleich sich die Zugvögel an den Lichtverhältnissen orientieren und die Pflanzen ganz vom Wetter abhängig sind. Unerklärlich ist, die Vegetation als „Fliegengewicht“ im globalen Klimageschehen darzustellen, obwohl sie zentraler Bestandteil aller Klimadefinitionen ist. Der Kohlenstoffgehalt der Luft wird mit 830 und 720 Milliarden Tonnen, also mit einer Unsicherheit von 110 Milliarden Tonnen, angegeben, was aber bedeutet, dass alle fünf bis sieben Jahre ein CO2-Molekül durch Fotosynthese in ein Zuckermolekül eingebaut wird, sich also alle fünf bis sieben Jahren der CO2-Gehalt der Luft total erneuert. Dagegen wird in den Klimamodellen von einer Verweilzeit des CO2 in der Atmosphäre von 200 und mehr Jahren angenommen, um es ohne Beweis als Klimakiller brandmarken zu können. CO2 ist Lebensvoraussetzung für die Existenz von Pflanzen und damit Grundvoraussetzung für alles Leben auf Erden.

Nicht nur der Begriff „Klima“, der aus dem Griechischen entlehnt ist und schlicht „Neigung“ bedeutet, wird erklärt, es wird auch nicht erklärt, wie sich der statistisch aus Wetterdaten berechnete Wert Klima „erwärmen“ kann. Oder doch? Hier die Erklärung von Marotzke: „Der Boden strahlt Wärme ab und davon gehen 50 Prozent ins Weltall und 50 Prozent werden zur Erde reflektiert. Dieser erwärmt sich dadurch“! Machen Sie ein einfaches Exempel: Bei Sturm werfen Sie 100 Euro in die Luft. 50 Prozent davon, die Scheine, werden vom Winde verweht, doch die 50 Prozent Hartgeld fallen in ihren Schoß zurück. Werden Sie dadurch reicher? Nein, denn 50 Prozent sind verschwunden. So geschieht es auch mit der abgestrahlten Erdwärme und daraus folgt die nächtliche Abkühlung! Aus den Pflanzen beziehen Mensch und Tier ihre Lebensenergie. Das CO2 soll ein „Umweltgift“ sein? Da stockt einem der Atem!

Das Buch ist ein „Gebetbuch“ für Klimagläubige und nicht empfehlenswert. Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich mit ihrem politischen Wohlverhalten einen Bärendienst erwiesen. Hätte sie doch geschwiegen! Aber kann sie das bei der Abhängigkeit von Staatssubventionen?

Oppenheim, den 11. April 2015

Dr. Wolfgang Thüne